Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 1, 1972
Die Ausbildungsskala als solches wurde nicht beschrieben.
Hier interessante Zitate:
„Die Anwendung von Hilfszügeln ist auf ein Mindestmaß zu beschränken, da ihre Wirkung auf mechanischem Zwang beruht.“
Als Hilfszügel werden Ausbindezügel ( nur für Anfänger) und das Ringmartingal aufgezählt.
„ Andere Arten von Hilfszügeln sind im allgemeinen als unreiterlich abzulehnen.“
Die Ausbildung des jungen Pferdes ab S. 238 ff.
„ Es bleibt stets einer der wichtigsten Grundsätze der Ausbildung, in jedem Pferde die Neigung zum frischen Vorwärtsgehen zu wecken und zu erhalten.“
„Das Ziel des ersten Ausbildungsabschnittes ist die Losgelassenheit des Pferdes, welche die Vorbedingung für den Erfolg der gesamten Dressur ist.“
„ Die gesamte bisher geschilderte Arbeit hat mit hingegebenem bzw. am langen Zügel zu erfolgen. Eine zunächst im Trabe dem Pferde zu gewährende Anlehnung ist angebracht, wenn das Pferd gelernt hat, den vortreibenden Hilfen zu folgen und damit die Entwicklung der Schubkraft der Hinterhand beginnen kann.“
„ Bei so erzieltem Herantreten der Hinterbeine an die Hand werden Nackenband und Rückenmuskeln des Pferdes elastisch gespannt.“ …
„Bei dieser Art der Bearbeitung wird das Pferd von selbst allmählich die gewünschte Beizäumung gewinnen.“
„Die Beizäumung darf niemals durch gewaltsames Einzwängen von Hals und Kopf erstrebt werden.“
„Schwingender Rücken“ „Schubkraft“
„Besondere Aufmerksamkeit brauchen Pferde, die sich anscheinend leicht reiten lassen, einen krausen Hals machen und dem Reiter vorzeitig das Gefühl einer gewissen Beizäumung und Aufrichtung geben. Diesen Pferden muß die Nase immer wieder vor die Senkrechte getrieben werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich ein falscher Knick im Halse bildet, der, einmal eingewurzelt, schwer zu beseitigen ist. Häufiges Reiten mit einer Hand, Vorgehen mit der Zügelhand unter Beibehaltung der Anlehnung bannt am besten die Gefahr, dass Pferde zu kurz im Hals werden.“
„Gehlust“ „Schubkraft“ „Durchlässigkeit“
„Eine erhöhte Tragkraft der Hinterhand ist nötig, weil nur sie die erforderliche Aufrichtung gestattet und dem Reiter ermöglicht, das durchlässige Pferd zu vermehrter Schwerpunktverlegung nach rückwärts, also zur Entlastung der Vorhand und zur Mehrbelastung der Hinterhand zu veranlassen.“